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Transporte aller Art

auf zwei Rädern


Mit dem Bus nach

Da Lat

Das wäre die
richtige
Motorradstrecke

Gebirge

Dalat

Grossbaustelle

schmales Haus in Dalat

Überall wird unglaublich hart gearbeitet....

...aber für die Hundewäsche bleibt noch Zeit


 

19. Juli Busfahrt nach Da Lat, etwa 300 km nordöstlich von Saigon.
Nach einer etwas unruhigen Nacht in dem teuren, fensterlosen Zimmer schleppt der Hotelboy unsere Koffer über die Treppen zum Ausgang. Obwohl wir überall gelesen haben, Trinkgeld ist nicht üblich, drücken wir dem Mann etwas in die Hand. Als wir gerade noch in der Lobby sitzen und auf unseren Bus warten, kommt er und will uns den Schein wiedergeben. Dankend lehnen wir ab, haben wir vielleicht zu viel gegeben? Als ich das noch mal etwas genauer abklären will, gibt er mir zu verstehen, dass er sich dafür eine Zigarette oder einen Lutschbonbon kaufen kann, den er dann symbolisch an mir vorbei spuckt! Womit wir entscheiden, ab sofort bekommt niemand mehr Trinkgeld, dann können wir auch nichts falsch machen. Pünktlich um 7:30 werden wir abgeholt. Laut hupend bahnt sich der Bus einen Weg aus der Stadt. Noch einmal fahren wir über einen Flussarm des Mekong und dann sind wir auf der National Straße 1 der einzigen Verbindungsstraße von Süden nach Norden.

 

Auf dieser nicht sehr breiten Straße, spielt sich auch der gesamte Güterverkehr ab! Die Vietnamesen sind Meister im transportieren von Lasten auf Zweirädern. Mit unglaublichem Einfallsreichtum werden alle nur denkbaren Gegenstände mit Fahrrad oder Motorrad transportiert. Da sitzt ein Sozius auf dem Motorrad und hat auf dem Rücken noch sein Fahrrad. Eine Sozia hat einen Fernseher auf dem linken Oberschenkel stehen! Aber auch lange Rohre, Bambusstangen oder dicke Säcke werden befördert und eventuell wird dabei noch mit dem Handy telefoniert oder eine SMS geschrieben. Eine Rollerfahrerin hätte uns  deswegen fast umgefahren! Grausig ist es anzusehen, wie manche Tiere transportiert werden! Der Bus überholt einen Rollerfahren, der hinten einen großen Drahtkorb voll gepackt mit jungen Hunden transportiert. Den Welpen hat man mit gelben Bändern die Schnauzen zugebunden, auch die Vorderbeine sind zusammengebunden. Lebende Schweine werden quer auf die Sitzbank gelegt, oder in Drahtkörbe verpackt. Hühner hängen im Bündel mit zusammengebundenen Füßen am Lenker.

 

     

Ja, wir hatten schon am 1. Tag begriffen, mit dem Lebewesen „Tier“ wird hier nicht besonders einfühlsam umgegangen! Auf einem Baum mitten in Saigon lebt ein Affe an einer etwa 3 Meter langen Kette, was unser Cyclofahrer besonders „witzig“ fand! Auf den Straßen werden junge Affen zwischen Hühnern und Hunden zum Verkauf angeboten. Aber man muss das wohl auch in den richtigen Relationen betrachten. Wenn man die Wohn- und Lebensumstände der Menschen sieht, dann scheint manch Abstoßendes völlig normal zu sein. Ich denke, dass die meisten unsere Haustiere komfortabler leben als viele Vietnamesen.
Unser Bus schiebt sich weiter durch den Verkehr! Es gibt Mautstellen, aber wohl nur für Vierrädrige Fahrzeuge, manchmal ist die Straße jetzt sogar zweispurig, in jede Richtung! Die Zweiradfahrer tragen jetzt vermehrt „Sturzhelme“. Arbeitsschutzhelme, den Kinnriemen „elegant“ über dem Helm, aber den Mundschutz fest zugebunden! Manche tragen auch richtige Sturzhelme. Andere haben ihre Helme unterm Arm, falls Polizei auftaucht! Denn es ist Gesetz, dass, außerhalb der Ortschaften, wo es keine Häuser mehr gibt, ein Helm getragen werden muss. 80% der Verkehrstoten sind Zweiradfahrer. Aber wer kann genau sagen, wo die Ortschaft zu Ende ist? Immer wieder stehen vereinzelte Häuser an der Straße. Dann sind wir endlich in den Bergen, der Verkehr wird weniger und damit auch das nervtötende Hupgeräusch. Auf einer schmalen gewundenen Straße bieten sich tolle Ausblicke auf grüne Kaffee- und Teeplantagen. Das Gebirge im Hintergrund ergibt das Panorama, das ich von professionellen asiatischen Reiseprospekten kenne. Und immer wieder taucht in dem endlosen Grün der Spitzhut eines einsamen gebeugten Bauern auf, der mit seinem Wasserbüffel ein riesiges Reisfeld beackert. Beim Stopp an einem modernen Rasthof bestellen wir uns die traditionelle „poh“ für 20.000 Dong, ca.10cent! Die Frau hinter dem Selbstbedienungstresen füllt die heiße Suppe in Schalen, dann kommt sie aber nach vorne und stellt für uns auch noch das Gemüse zusammen. Ich frage die junge Frau, die mit Mann und Kind bei uns am Tisch sitzt, was das „Grünzeug“ in den diversen kleinen Schüsseln wohl ist, „vegetable“ sagt sie etwas vorwurfsvoll, und zupft das rohe Kraut über Gertruds Suppenschüssel klein. Die junge Familie will Urlaub in Dalat machen. „ It is sooo romantic“ sagt der junge Vater träumerisch! Wir erleben aber erstmal die Realität als wir am Nachmittag unser Hotel in Da Lat erreichen. Man will uns in ein fensterloses Zimmer im Keller einquartieren! Ohne uns auch nur anzusehen antworten Gertie und ich mit einem energischen NO! Und dann beginnen die Diskussionen. Es ist doch nur für eine Nacht! Morgen bekommt ihr das schönste Zimmer im Haus usw. usw.! Nein, wir wollen heute das schönste Zimmer! Die Hotelmanagerin kommt und versucht mit allerhand blöden Argumenten uns das Kellerzimmer anzupreisen. Dann beschließt, sie uns für eine Nacht in einem anderen Haus unterzubringen. Mit einem kleinen Bus werden wir, zusammen mit noch ein paar Leuten, in die Altstadt gefahren. Einige Reisende steigen gleich am ersten Hotel aus. Beim zweiten Stopp schmeißt der Fahrer unser Gepäck auf den Gehweg und fährt von dannen. Wir stehen vorm DREAMS HOTEL, nur leider weiß die Lady an der Rezeption nichts mit uns anzufangen! Niemand vom Sinh Cafe Hotel hat angerufen, und im Übrigen will sie mit dem Verein sowieso nichts zu tun haben! Nach einiger Zeit begreifen wir, der Fahrer hat uns vor dem falschen Hotel abgesetzt. es gibt ein paar Häuser weiter ein „DREAM HOTEL“. Aber nun wollen wir im DREAMS bleiben, von diesem Hotel schwärmen alle Backpacker und Reiseführer! „Madam“ bietet uns für 15$ ein DZ mit Balkon. Beim Sinh Cafe haben wir 25$ für das Dalat Hotel bezahlt, und dafür hätten wir dann im Keller gewohnt! Aber wie nun an unser Geld kommen? Der Lady vom DREAMS gefällt es ausgesprochen gut, dass sie dem Veranstalter Sinh Cafe mal so richtig in die Suppe spucken kann! Sie sagt:“ Geht zum Sinh Cafe, erzählt dass ihr hier bleiben wollt und dass meine Zimmer ebenfalls 25$ kosten! Verlangt euer Geld zurück! Für Fensterlose Räume bezahlt man höchstens 10$!“ Sie bestellt uns auch ein Taxi mit dem wir zu dem anderen Hotel fahren, dort ist eben auch ein Büro vom Sinh Cafe. Wieder geraten wir an die Managerin, und wieder versucht sie mit allen Mitteln uns ihr Hotel anzupreisen. Plötzlich hat sie dann auch ein „Superzimmer“ für uns!? Und das macht uns dann erst recht sauer! Wir wollen unser Geld zurück, sie soll den Manager in Saigon anrufen! Etwas widerstrebend greift sie zum Telefon. Wir können natürlich nicht verstehen, was oder mit wem sie spricht, jedenfalls sagt sie, der Manager sei nicht im Office. Egal, wir wollen in keinem Falle in dem Haus die nächsten drei Tage verbringen! Wir fahren zurück ins DREAMS, dort sagt Madam: “Das gibt es gar nicht, dass ein Manager am frühen Nachmittag nicht mehr im Büro ist“! Greift zum Telefon und stellt eine Verbindung nach Saigon her! Gertie hat sofort den Manager am Ohr, schildert ihm unsere Situation, und droht ihm, dass wir unsere gesamt Reise stornieren. Das geht allerdings nicht, wie er sofort sagt, wir haben unterschrieben, dass wir auf jegliche Rücktrittsrechte verzichten. Er würde aber ausnahmsweise die Kosten für das DREAMS übernehmen. Worauf hin Madame aber sofort auf die Barrikaden geht! Sie will das Geld von uns! Mit dem Sinh Cafe will sie nichts zu tun haben. Gertrud und der Manager einigen sich darauf dass wir unsere 75$ am nächsten Tag in dem anderen Hotel abholen. Um dann für 45$ im DREAMS zu wohnen. Ein wirklich guter Deal! Das Hotel und Madame’s Frühstücksbüfett sind einmalig! „Madame“ ist eine sehr clevere Geschäftsfrau und daraus macht sie keinen Hehl. Sie erzählt, dass sie nur junge Männer beschäftigt, damit hat sie sehr gute Erfahrungen gemacht, und sie ist somit die einzige Frau im Haus, „I’m the Queen“ ergänzt sie leicht lächelnd. Überhaupt, die Tage in Dalat genießen wir. Nun können wir auch das junge Vietnamesische Paar aus dem Bus verstehen! Wenn man aus Saigon kommt, muss einem diese Kleinstadt mit etwa 200.000 Einwohnern wie das Paradies vorkommen. Hier wird zwar auch rund um die Uhr gehupt, und der Verkehr fließt fast ohne Unterlass durch die kleinen Straßen, aber es ist nicht so hektisch. Wir durchstreifen die Stadt von „links nach rechts, von oben nach unten“! Wie es steht in dem Reiseführen: „Da Lat zwischen Plattenbauten und französischer Kolonialzeit“. Mitten im Ort gibt es einen künstlich aufgestauten See. Man kann Tretboote in Gestalt eines Schwanes mieten. In dem netten Cafe am Ufer erleben wir „unseren“ ersten tropischen Regenguss! Es gibt einen Blumengarten. In Da Lat lernen wir auch die „EASY RIDER“ kennen. Aus allen Ecken kommen sie auf uns zu; “Motorbike? Motorbike?“ Immer und immer wieder werden wir angesprochen. Die Männer mit ihren Kleinkrafträdern bieten sich auf den Straßen an, um Touristen in der Gegend rumzufahren.

easy rider   
 
Easy Rider warten auf Kundschaft. Die Tafeln mit grausigen Unfallbildern erschrecken niemanden wirklich.

Man kann sie für Tagestouren in die nähere Umgebung buchen oder auch für eine längere Reise in die Berge. Das Gepäck, meistens riesige Rucksäcke der Reisenden, wird einfach hinten auf der „Honda Dream“ festgebunden. Wir sehen etliche europäische Touristen, die genauso wie der Fahrer, in kurzen Hosen, mit Flip- Flops und Sonnentop und Baseballcap unterwegs sind. Manche sehen aus, als ob sie Zuhause noch nicht mal ohne Helm Fahrradfahren. Aber im Urlaub vertraut man sich wildfremden Menschen an, und dann auch noch ohne jegliche Schutzkleidung!
 Wir sind uns nicht ganz sicher ob die Menschen wirklich wissen, was sie da tun!

Garkueche
Eine von
"Millionen"
von
Garküchen

                                                                                                         


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