Am Freitag,
dem dritten Tag unserer Reise, fahren wir auf
Umwegen nach Borgholm,
eine etwa 40 Kilometer entfernte Kleinstadt. Vorbei an
Feldern mit blühendem Mohn
und blauen Kornblumen, dazwischen dann immer Mal eine der alten Bockmühlen. Und manchmal ist
sogar noch das strahlende gelb blühender
Rapsfelder sichtbar, der aufgrund des kargen Bodens hier aber viel niedriger
ist!
Wir sind wohl aus den Betten "gefallen" denn es ist noch nicht mal 9:30
Uhr als wir
an diesem klaren, aber kühlen Morgen, an dem leuchtenden Mohn stehen.
Manchmal
sehen wir unterwegs junge Mädchen die trotz der Kälte, in zum teil tief
dekolletierten, weißen Kleidern, über die Straßen laufen.
Mir ist in meinen
Motorradklamotten schon nicht warm, aber die müssen ja wohl "jugendliches" Feuer
haben. Von Undine erfahren wir dann später, in Schweden werden die Abiturienten
mit einer großen Feier verabschiedet und es ist Sitte weiße Kleidung zu tragen.
Wir besichtigen das 1806 abgebrannte "Schloß Borgholm" das am
Rande der Stadt liegt.
Das Eintrittsgeld, um die nackten Mauern auch noch von der
hinteren Seite zu betrachten, sparen wir uns. Uns genügt dieser Anblick.

Dann fahren wir ins Centrum von Borgholm und schlendern durch die
kleine Fußgängerzone. Wie üblich gibt es
diverse Klamottenläden, Souvenirshop aber auch einen super Eisladen den Anne sofort
entdeckt hat. Da müssen wir auf dem Rückweg unbedingt rein!
Aber erst ein mal
suchen wir ein Cafe! Am Ende der "Meile" entdecken wir Tische und
Stühle. Aha, da wird's wohl Kuchen geben! Nur einer der vielen Tische ist
besetzt. Die anderen werden von Dohlen und Spatzen bevölkert. Die Vögel mache
sich über die nicht abgeräumten Kuchenreste her. Was ich persönlich ein bisschen
eklig finde. Deswegen suchen wir uns auch einen Tisch um die Ecke.

Wie in ganz Skandinavien üblich, ist auch
hier Selbstbedienung angesagt, aber in dem kleinen Laden ist eine lange Schlange
vor der Theke. Wir haben eigentlich keine Lust uns anzustellen, aber dann gibt's auch
keinen Kaffee! Also, nach ein bisschen hin und her, reihen wir uns in die
Schlang ein! Und dann sehe ich plötzlich das man, wie beim Arzt, eine Nummer
ziehen muß! Als ich dann gerade eine gezogen habe, kommt Undine, ach ja, habe
ich vergessen euch zu sagen. Besser ist Undine nimmt Nummer "23" , weil das Aufrufen der Nummern kann ich
nicht verstehen. Auf dem Rückweg kehren wir natürlich in der Eisdiele ein.
Bettina schmeißt eine Runde! Die
beiden jungen Mädchen hinter der Theke erzählen uns in sehr gutem Deutsch das
alle Eissorten eigene Kreationen sind und in dem kleinen Laden hergestellt
werden.
Es gibt eine unglaubliche Auswahl, ich schätze 20 verschiedene
Sorten. Eines ist schwarz wie
"Wagenschmiere" es gibt alleine drei verschieden dunkle
Schokoladeneis. Auf jedem der vielen unterschiedlichen Sorten liegt das
Originalprodukt. Auf dem Bananeneis eben eine Banane, auf dem Annanaseis eben
eine Annas,
man kann also ohne jegliche Sprachschwierigkeiten sich sein Lieblingseis kaufen.
Bevor wir zurück fahren halten wir noch an einem kleinen Laden in dem allerhand,
nicht nur witziges, teilweise auch nützliche Dinge aus Holz angeboten werden. Anne schmeißt
eine "Runde Schwedenband" auf den Markt. Das heißt für jeden etwa 50 Zentimeter
blau/gelbes Geschenkband, das wir uns an die Moppeds binden.
Am späten Nachmittag schwingen wir uns dann
noch mal auf die Fahrräder. Diesmal geht´s an einen Sandstrand, Sand weiß und
fein wie Puderzucker! Problem ist nur, ich mag keinen Sand an meinen Füßen, ich
bekomme noch eine Gänsehaut wenn ich daran denke! Wie fast
überall, haben wir den Strand für uns alleine, was natürlich auch mit den Temperaturen
zusammenhängt, denn nun ist es auch für Undine zu kalt zum Baden!
