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Am nächsten Morgen 8:15 besteigen wir am „Wrest Point Hotel" den Tourbus nach „Port Arthur". Der netten Dame von unserer Hotelrezeption ist es sogar gelungen uns als „Seniors" zu buchen, und damit haben wir verbilligte Karten. (Sollte mir das vielleicht zu Denken geben?) Zwei junge Leute sitzen schon im Bus. Unser Fahrer klappert in der üblichen Manier noch einige Hotels ab. Eine Haltestelle fährt er sogar zweimal an, die Dame hatte wohl verschlafen! Insgesamt sind wir dann wohl 14 – 15 Personen der unterschiedlichsten Nationalitäten: USA, Belgien, Holland, ach ja, ein paar Australier sind auch dabei.
Die Bucht vor Port ArthurSträflingsinsel Port Arthur liegt auf der Halbinsel Tasman Peninsula. HobartUnd damit gehörte es schon zu dem ausbruchsichersten Gefängnis. Über die schmale Landzunge wurden Drähte gespannt, an denen Hunde liefen. Und wer versuchte, über das Wasser zu entkommen fiel den Haien zum Opfer. Das Gefängnis wurde 1830 durch den damaligen Gouverneur George Arthur gegründet.
Port ArthurVon 1832 bis zu seiner Schließung1877 wurden hier Gefangene aus den gesamten britischen Kolonien unter den härtesten Bedingungen gehalten. Selbst in der Kirche gab es Einzelzellen.Port Arthur Manchmal wurden die Menschen auch für kleinere Vergehen, wie Diebstahl, einfach nach Port Arthur deportiert.Port Arthur Mehrere Buschfeuer haben in den folgenden Jahrzehnten viele Gebäude, die aus der Sträflingszeit übrig geblieben waren, zerstört. Ende der 70er Jahre begann die Tasmanische und auch die australische Bundesregierung Port Arthur als historische Stätte von nationaler Bedeutung anzuerkennen. Seither wurden etwa 9 Millionen Dollar zur Restauration investiert. 

     Port Arthur Ruine Port Artur Port Arthur Port Arthur Port Arthur Port Arthur Port Arthur

Am 29. April 1996 fand allerdings nochmals ein großes Unglück in Port Arthur statt, bei dem 35 Menschen starben und 37 schwer verletzt wurden. Ein 29 Jahre alter Australier ist mit einer automatischen Schnellfeuerwaffe Amok gelaufen. Alleine 20 Menschen starben innerhalb weniger Minuten in dem, um die Mittagszeit vollbesetzten Cafe. Diese Tat hat die australische Regierung auch dazu veranlasst, dass Waffengesetz zu überarbeiten, es wurde ein Verbot für automatische Handfeuerwaffen erteilt. Der Täter wurde zu 35x lebenslänglich und zusätzlich zu 777 Jahren Gefängnis verurteilt. Er ist in einem Gefängnis in Port Arthur inhaftiert.
Das Gebäude mit dem Cafe wurde ein Jahr nach der Bluttat abgerissen, in dem neuen Restaurant hängt eine große Gedenktafel, und draußen gibt es einen „Memorial Garden". Zusätzlich wird noch eine Broschüre verteilt, in der dann aber auch die Bitte enthalten ist, das Personal nicht auf das Massaker anzusprechen, weil etliche von ihnen damals auch Familienangehörige verloren haben.
In dem Eintrittspreis ist auch noch eine kurze Fahrt über die Bucht zur Friedhofsinsel inbegriffen, aber da wir keine Trekkingtour gebucht haben, dürfen wir nicht aussteigen. Aber ein paar sehr alte Leute steigen ein, die haben wohl auf dem Friedhof nach den Gräbern ihrer Ahnen gesucht. Der Tourbus bringt uns zurück in die City von Hobart, wir sind uns einig, es war ein kluge Entscheidung nicht mit den Bikes nach Port Arthur! Man kann Stunden in der  weiträumige Anlage verbringen. Wir verlassen den Tourbus in der City von Hobart. Und weil wir uns für den Abend noch ein gemütliches Lokal suchen wollen, laufen wir noch bisschen durch die Gassen.
Im Hafen finden wir ein Angebot für eine abendliche 21/2stündige Hafen-Cruising-Tour auf einer schönen 75 Jahre alten Holzbarkasse. Im Fahrpreis von 33$ pro Person sind Dinner und Wein „satt" enthalten. Kurz entschlossen buchen wir die Veranstaltung. An einem langen Holztisch mit seitlichen Bänken sitzen nur zwei Personen. Artig frage ich, ob wir uns dazu setzen dürfen, es wird mit freundlichem Lächeln bejaht. Innerhalb kurzer Zeit entwickelt sich ein nettes Gespräch, von dem ich zwar längst nicht alles verstehe, aber das macht nichts. Die beiden kommen aus dem Hinterland von Melbourne, sie sind das erste Mal auf Tasmanien und wollen am nächsten Tag nach Port Arthur. Die Frau würde so gerne mal nach Europa, sie liebt historische Dinge, deshalb hat sie auch die Italiensche Sprache anstatt Deutsch gelernt. Sie würde so gerne alle Kathedralen in Italien besuchen. Aber ihr Mann sieht nicht so aus, als ob er dazu Lust hat. Sie steht auf und holt das Essen, sie steht auf und holt die Getränke. Ich habe an diesem Abend Glück, Gerald und Bonsai sitzen vorne. Beide entdecken ihr Talent zum Mundschenk, Jürgen klopft nur mit dem Messer auf den Teller, schon „springen" Bonsai oder Gerald los. Die australische Dame probiert es auch, und es klappt, Gerald holt die Getränke!
Als wir unter der 1964 fertig gestellten Tasmanbrücke durchfahren, „übersetz" die Frau mir, was der schwerverständliche Kapitän gerade übers Mikrofon erzählt. Bei der Brücke ist vor einigen Jahren ein ganzes Segment ausgebrochen. Etliche Autos sind in die See gestürzt. Es hat viele Tote gegeben. Für den Wiederaufbau, wurde mehr als ein Jahr benötigt. Das bedeutete für die Besucher/Bewohner von Montagu einen Umweg von mehr als 3 Stunden.
Jetzt, vom Wasser aus, sehen wir erst, wie weit sich die Stadt Hobart mit ihren 280.000 Einwohnern an der Flussmündung ausgedehnt hat.
Als wir später den Weg zu unserem Hotel durch das nur spärlich beleuchtete „Battery Point" abkürzen wollen, verlaufen wir uns prompt. Einer meiner schlauen Begleiter meint, wir müssen uns auf „2 Uhr" orientieren. Der andere meint, ne´ wohl doch eher „11 Uhr". Im Ergebnis stehen wir plötzlich in einem dunklen fremden Garten, ich muss sehr an mich halten um nicht laut loszulachen. Bonsai schleicht über die Terrasse auf die darunter liegende Straße und verschwindet aus unserem Blickfeld. Jürgen findet einen Weg vorbei an der Haustür über eine kleine Treppe auf die Straße, Gerald und ich schleichen leise hinterher.
Nur gut, dass uns keiner gesehen hat!. In der Ferne, ich schätze auf „12:Uhr" sehen wir jetzt den beleuchteten Turm vom „Wrest Point Hotel", und von da ab ist es easy, unsere Betten zu finden.

Beim auschecken am Morgen ist es nicht so easy. Die Lady an der Rezeption ist nicht in der Lage, 3 Summen zu addieren, weder mit noch ohne Taschenrechner. Wir stehen schon in unserem „eigenen Saft" als wir endlich los kommen.
Bevor wir Hobart endgültig in Richtung LAUNCESTON verlassen, fahren wir auf den „Mount NELSON", von hier genießen wir nochmals einen tollen, letzten Blick über die Stadt und ihre Umgebung.

 


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