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Melbourne/Viktoria Market

Port Melbourne

Port
Arthur/Tasmanien
 Museumsdorf Ballarat Nordwestlich von Melbourne

The Moon Plain Südaustralien










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Gott sei Dank hat am nächsten Morgen der Regen nachgelassen,
zwar ist der Himmel noch grau aber die Temperaturen sind erträglich. Schon nach
wenigen Kilometern bietet uns ein Lookout einen phantastischen Blick auf Wasser
und kleine Hügel.
Die Straße ist schön kurvig, wenig Verkehr. So richtig zum genießen, allerdings
liegen auch diverse tote Tiere am Straßenrand. In dem kleinen Fischerdorf
Strahan, direkt am Southern Ocean, es ist die südwestlichste Ansiedlung
Tasmaniens, machen wir einen kurzen Stopp. Hier hat die Greenpeace Organisation
ihr Hauptquartier.
 Es wird gegen den japanischen Walfang, gegen den Bergbau und
für den Umweltschutz demonstriert. Obwohl, als wir an der Hafenanlage stehen,
macht alles einen verschlafenen Eindruck. Außer eines landenden Wasserflugzeugs herrscht absolute Ruhe, wahrscheinlich ist
es auch noch zu früh. Es ist auch für uns noch zu früh um irgendwo einen Kaffee
zu trinken, so fahren wir auch schon bald weiter Richtung Queenstown. Es folgen
tolle Motorradkilometer. Die Straße schlängelt sich durch die Landschaft, es ist
einfach grandios. In Queenstown hat Bonsai einen schönen alten Bahnhof mit kleinem Cafe entdeckt.
Hier verbringen wir eine genüssliche Pause.
 

 Auch hier „erzählt" jedes Denkmal vom Minenarbeiter und vom Bergbau.
Und als wir kurz nach Queenstown ins Gebirge kommen, bin ich froh, dass wir „other
clockwise" fahren, denn dadurch haben wir meistens links den Berg und ich muss
nicht auf der „Abgrundseite" fahren. So überstehe ich die Höhenunterschiede und
die freie Sicht relativ gut. Es macht mir riesigen Spaß. Und wieder fällt mir der Biker von Melbourner Hafen ein, schade,
mir wird es wohl nicht gelingen Siebzehnmahl nach Tassie zu fahren! Irgendwann brettert
Gerald vorweg. Als er in Derwent Bridge wartend am Straßenrand steht sucht er
mal wieder ein „Netz". In Hamilton ist unser nächster Tank-und Kaffee Stopp,
aber da halten wir es nicht lange aus. Kleine widerliche Fliegen krabbeln auf
unserem Kuchen, in unserem verschwitzen Gesichtern, es ist ekelig.
Als wir am späten Nachmittag in Hobart, der zweitältesten Stadt Australiens,
ankommen haben wir 360 Kilometer wunderbare Motorradstrecke hinter uns gebracht.
Es war zwar anstrengend, aber es war ein großartiges Erlebnis.
Nun stehen wir allerdings, erstmal etwas ratlos, und wie ich glaube, mitten in
der Stadt auf einer Tankstelle rum. Bis hierher sind wir über etliche
Kreisverkehre. An irgendeinem Kreisel hat mich eine rote Ampel, die ich aus den
Augenwinkeln gesehen habe total konfus gemacht, jedenfalls bin ich in die
Bremse, und habe, glaube ich etwas doof in der Kreuzung gestanden. Fast wäre mir
Gerald noch hinten drauf gerutscht.
Blöde ist, es herrscht Rushhour, da machen auch die australischen Städte keine
Ausnahme, die Straßen sind voll, es wird kreuz und quer gefahren und dann gibt
es in Hobart auch jede Menge Einbahnstraßen, so richtig Spaß macht das nicht.
Ja, und wir haben eigentlich keinen so richtigen Plan, wir suchen eine
Übernachtungsmöglichkeit am Wasser und möglichst im Zentrum. Aber auch
bezahlbar, im Internet habe ich gesehen, die Zimmer in der Stadtmitte sind sehr
teuer.
Wir laufen mal ein bisschen in die Seitenstraße, ich glaube mit viel Phantasie
in der Ferne blaues Wasser zu sehen. Dann kommt ein Wagen vom AA, den Fahrer
frage ich nach einem Hotel/Motel am Wasser. Ja, die Straße runter fahren
irgendwo mal links abbiegen, und dann nochmals links abbiegen und dann seit ihr
am Wasser. Na ja, dann dauert es auch nicht mehr lange
und wir finden in der
Nähe des Yachthafens ein Motel, es ist nicht besonders "kuschelig" es ist ein
Betonkasten, aber egal. Wir zahlen pro Raum 110$ was für die Lage okay ist. Die Dame in der Rezeption erzählt, dass wir am Yachthafen ein Countermeal
Restaurant finden, und damit steht fest, hier schlagen wir für die nächsten Tage
unsere „Zelte" auf.
Durch die ganze Sucherei und Kurverei ist es schon recht spät geworden, denn als
wir zum Essen gehen ist es schon fast dunkel, über Bucht von Hobart begrüßt uns
ein wunderschöner Regenbogen. Das Essen ist nicht schlecht, der
Wein mit 22$ um 11$ teurer als in Rosebery. Gleich um die Ecke ist das „WRESTPOINT
HOTEL" es ist wohl das teuerste Hotel von Hobart und sein „hässlicher" Turm ist
zum
Wahrzeichen geworden. Aber es gibt eine schöne Bar, zwar auch nicht ganz
billig, aber mal ganz was anderes, lautstarke Musik ertönt, es gibt tolle
Cocktails and so on, und es werden nicht um 22:00 die Tische
hochgeklappt. Hier ist das erste offizielle Spielkasino Australiens 1973
eröffnet worden. Jetzt sehe ich allerdings nur etliche „Daddelautomaten".
Zum Frühstücken gehen wir am nächsten Morgen etwa 20 Minuten in die Stadt.
Gerald war schon morgens um 5:00 unterwegs und hat das Gelände „erkundet". Er
weiß wo es Downtown geht, wo ein Supermarkt ist, aber eine gute Frühstücksbude
findet Jürgen.
Wir entschließen uns, bei unserer Motel Rezeption für den drauffolgenden Tag
eine Bus Tour nach „Port Arthur" zu buchen. Es macht keinen Sinn, die 80
Kilometer zu dem ehemaligen Gefängnis mit den Motorrädern zu fahren. Die gesamte
Anlage ist wahrscheinlich auch sehr weitläufig, und wenn wir das in „Goretex"
bei Temperaturen von ca. 28° ablaufen sollen, ist es bestimmt kein Vergnügen.
Aber erst einmal laufen wir uns in Hobart die Füße „rund". Einerseits sehr
verwinkelt, es geht bergauf und bergab, andererseits aber von der Grundfläche
sehr weitläufig. In dem unter Denkmalschutz stehenden Altstadtviertel von „Battery
Point" kann man total die Orientierung verlieren. Es gibt da ganz entzückende
Häuser, mit Blick aufs Wasser, mit Rosenbeeten und sonstigen tollen Blumen,
Gerald und ich, haben schon mal „unser" Haus ausgesucht. Wir kommen an
einer Gedenktafel zugunsten des Schauspielers ERROLL FLYNN vorbei. Der Traummann
aus meinen Kindertagen (Robin Hood, der König der Vagabunden).
Wir laufen zum SALAMANCA Place, dort gibt es etliche Kneipen/Restaurants. Die
Tische auf der Straße sind alle gut besetzt, an einem sitzen etliche Biker in
Lederzeug, unter ihnen auch der Biker aus Melbourne. Da wir jetzt kein
Motorradzeug anhaben und seine Augen irgendwie etwas glasig wirken, gehen wir
wortlos vorbei. Ihre Motorräder stehen sauber aufgereiht am Straßenrand, was
Bonsai sofort zu der Aussage verleitet, guck mal, die schaffen es, so viele
Bikes gerade zu parken, wir schaffen das nicht mal mit vieren. Aber er zieht
auch sofort den Kopf ein und geht etwas schneller, sein Glück!


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