Australien die Zweite

16.2.05 – 20.03.05

von Sydney entlang der Südküste vorbei an Melbourne bis Portland, Ballarat, Canberra, Blue Mountains,
Sydney

Weltkugel

 

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327 Jahre

Motorradbegeisterung
auf einem Bild



Canberra

Der Driver fragt, ob wir an einer der Sehenswürdigkeiten aussteigen wollen. Nein, wollen wir nicht! Okay, dann kostet es für sieben Personen 100$ (61€) anstatt 140$ und damit verschwindet der 100$ Schein in seiner Hosentasche, Fahrkarten gibt es natürlich nicht. Kolja setzt sich gleich vorne hin, und schon nach kurzer Zeit quatsch er munter mit dem Fahrer. Und wenn wir, die etwas weiter hinten im Bus sitzen nicht alles verstehen, macht er auch schon mal den „Dolmetsch“.

 

Nur am „Memorial War“ Museum, es wird jährlich von mehr als 2Mio Menschen besucht, springen wir für ein schnelles Foto aus dem Bus, „verächtlich“ meint Kolja: „Wie die kleinen Japaner knipst ihr hier durch die Gegend“. Recht hat er!
Das massige, byzantinisch anmutende Ehrenmal für die Gefallenen Australiens in den Kriegen der Neuzeit wurde 1925 geplant als eine über ein Soldatendenkmal hinausreichende Einrichtung mit Museum, Archiv, Kunstgalerie und Bibliothek.
Vorbei an dem Wohnhaus des jetzigen Premierministers, der Erste, der nicht nur in Canberra arbeitet, nein er wohnt und lebt hier, erzählt uns der Driver, fahren wir durch das Botschaftsviertel. Dicht an dicht sind hier fast alle Länder der Erde vertreten. Die Botschaft der USA ist „natürlich“ das größte, aber wohl auch bestbewachte Gebäude. Auch die deutsche Botschaft wird seit ein paar Monaten von einem großen Zaun mit diversen Wachtposten umringt. Das Haus der chinesischen Vertretung ist im pagodenartigen Stil. Eigentlich sind alle Botschaften in den jeweils landestypischen Gebäuden untergebracht. Mir hat das kleine Haus der thailändischen Niederlassung mit den vielen kleinen Türmen am besten gefallen. Vorbei an dem alten Parlamentsgebäude, die Aboriginals haben hier symbolisch eine kleine zerfletterte Zeltstadt als ihre Botschaft errichtet. Weil ich denke, diese Information des Fahrers nicht richtig verstanden zu haben, frage ich ihn nochmals. Mit, wie ich finde sehr großer Verachtung in der Stimme, wiederholt er es noch mal, es ist wie fast überall, auch hier wenig Verständnis für die Ureinwohner! Dann kommen wir auf die „ANZAC PARADE“ (Australisch/New Zealand Army Corps) eine breite Promenade, die direkt auf das Parlamentsgebäude führt. Links und rechts unter hohen Bäumen stehen große Denkmäler, die an die gefallenen Soldaten der unterschiedlichsten Kriege erinnern sollen. Ob das nun in dieser sehr, sehr pompösen Art sein muss, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein!
Später gehen Bonsai, Jürgen und ich nochmals zu Fuß zu dem „War Memorial“, wir schaffen es so wie der Fahrer uns den Weg beschrieben hat, in 20 Minuten. Ohne Eintritt zu bezahlen, meinen Rucksack muss ich allerdings abgeben, können wir eine Museumsbesichtigung starten. Die Darstellung einzelner Kriegsgeschehnisse in 3D Formaten ist schon sehr beeindruckend.
Und als dann ein schottischer Dudelsackspieler um 17:00 den Zapfenstreich bläst, fröstelt es mich leicht, und das liegt nicht nur an dem jetzt recht kalten Wind, der um das weiße Gebäude bläst. Aber alles in allem sind wir uns einig, es war sicher gut, hier gewesen zu sein, sonst hätten wir vielleicht zu Hause gedacht, wir haben etwas verpasst. Nun wissen wir, der halbe Tag, den wir in der Hautstadt Australiens verbracht haben, ist durchaus genug. Und nachdem der junge Mann während unseres Frühstücks am nächsten Morgen auf mein Bitten uns schon mal Zimmer in Katoomba, in den Blue Mountains reserviert, verlassen wir ganz relaxt die Stadt.
Bis Goulburn fahren wir auf dem Federal Hwy, es ist ziemlich eintönig. Dann geht’s links nach Taralga und kurz dahinter steht ein Wegweiser, 23 Kilometer zu den Wombeyan Caves, eine der wenigen Tropfsteinhöhlen Australiens. Kurz entschlossen biege ich ab. Und nach kurzer Zeit ist die asphaltierte Straße zu Ende, Gravel Road! Tiefe Spurrillen, Waschbrettartige Querstreifen und natürlich lose Steine und Sand. Und als ich mit der Fußspitze fast gegen ein dickes totes auf dem Rücken liegendes Wombat stoße, reißt es mich bald von der Maschine. Ulrike und Kolja bleiben draußen, als wir uns zu einer „Self guidet Tour“ in die Höhle begeben.
Für ein paar Dollar bekommen wir eine Münze die wir in einen kleinen Schlitz an einer stabilen Holztür werfen. Daraufhin lässt sich die Tür öffnen und in der ansonsten dunklen Höhle gehen vereinzelt kleine Lichter an.

                       
Über schmale Treppen durch enge Gänge kommen  wir in unterschiedlich große Höhlen, die durch die stimmungsvolle Beleuchtung noch bizarrer wirken.
Der Abstecher hat doch mehr Zeit als gekostet als gedacht, deshalb müssen wir ein bisschen „Dampf“ machen.
Leider funktioniert es mit dem schneller fahren nicht lange, schon haben wir wieder Baustellenschilder vor der Nase. Und dann fehlt plötzlich der Asphalt, und das auf 30 kilometern!. Es herrscht kaum Verkehr, nein eigentlich ist gar kein Auto zu sehen.

 

 

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