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327 Jahre
Motorradbegeisterung auf einem Bild











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Der Driver fragt, ob wir an
einer der Sehenswürdigkeiten aussteigen wollen. Nein, wollen wir nicht! Okay,
dann kostet es für sieben Personen 100$ (61€) anstatt 140$ und damit
verschwindet der 100$ Schein in seiner Hosentasche, Fahrkarten gibt es natürlich
nicht. Kolja setzt sich gleich vorne hin, und schon nach kurzer Zeit quatsch er
munter mit dem Fahrer. Und wenn wir, die etwas weiter hinten im Bus sitzen nicht
alles verstehen, macht er auch schon mal den „Dolmetsch“.


Nur am „Memorial War“ Museum, es wird jährlich von
mehr als 2Mio Menschen besucht, springen wir für ein schnelles Foto aus dem Bus,
„verächtlich“ meint Kolja: „Wie die kleinen Japaner knipst ihr hier durch die
Gegend“. Recht hat er! Das massige, byzantinisch anmutende Ehrenmal für die
Gefallenen Australiens in den Kriegen der Neuzeit wurde 1925 geplant als eine
über ein Soldatendenkmal hinausreichende Einrichtung mit Museum, Archiv,
Kunstgalerie und Bibliothek. Vorbei an dem Wohnhaus des jetzigen
Premierministers, der Erste, der nicht nur in Canberra arbeitet, nein er wohnt
und lebt hier, erzählt uns der Driver, fahren wir durch das Botschaftsviertel.
Dicht an dicht sind hier fast alle Länder der Erde vertreten. Die Botschaft der
USA ist „natürlich“ das größte, aber wohl auch bestbewachte Gebäude. Auch die
deutsche Botschaft wird seit ein paar Monaten von einem großen Zaun mit diversen
Wachtposten umringt. Das Haus der chinesischen Vertretung ist im pagodenartigen
Stil. Eigentlich sind alle Botschaften in den jeweils landestypischen Gebäuden
untergebracht. Mir hat das kleine Haus der thailändischen Niederlassung mit den
vielen kleinen Türmen am besten gefallen. Vorbei an dem alten Parlamentsgebäude,
die Aboriginals haben hier symbolisch eine kleine zerfletterte Zeltstadt als
ihre Botschaft errichtet. Weil ich denke, diese Information des Fahrers nicht
richtig verstanden zu haben, frage ich ihn nochmals. Mit, wie ich finde sehr
großer Verachtung in der Stimme, wiederholt er es noch mal, es ist wie fast
überall, auch hier wenig Verständnis für die Ureinwohner! Dann kommen wir auf
die „ANZAC PARADE“ (Australisch/New Zealand Army Corps) eine breite Promenade,
die direkt auf das Parlamentsgebäude führt.
Links und rechts unter hohen Bäumen
stehen große Denkmäler, die an die gefallenen Soldaten der unterschiedlichsten
Kriege erinnern sollen. Ob das nun in dieser sehr, sehr pompösen Art sein muss,
darüber kann man sicher geteilter Meinung sein! Später gehen Bonsai, Jürgen und
ich nochmals zu Fuß zu dem „War Memorial“, wir schaffen es so wie der Fahrer uns
den Weg beschrieben hat, in 20 Minuten. Ohne Eintritt zu bezahlen, meinen
Rucksack muss ich allerdings abgeben, können wir eine Museumsbesichtigung
starten. Die Darstellung einzelner Kriegsgeschehnisse in 3D Formaten ist schon
sehr beeindruckend. Und als dann ein schottischer Dudelsackspieler um 17:00 den
Zapfenstreich bläst, fröstelt es mich leicht, und das liegt nicht nur an dem
jetzt recht kalten Wind, der um das weiße Gebäude bläst. Aber alles in allem
sind wir uns einig, es war sicher gut, hier gewesen zu sein, sonst hätten wir
vielleicht zu Hause gedacht, wir haben etwas verpasst. Nun wissen wir, der halbe
Tag, den wir in der Hautstadt Australiens verbracht haben, ist durchaus genug.
Und nachdem der junge Mann während unseres Frühstücks am nächsten Morgen auf
mein Bitten uns schon mal Zimmer in Katoomba, in den Blue Mountains reserviert,
verlassen wir ganz relaxt die Stadt. Bis Goulburn
fahren wir auf dem Federal
Hwy, es ist ziemlich eintönig. Dann geht’s links nach Taralga und kurz dahinter
steht ein Wegweiser, 23 Kilometer zu den Wombeyan Caves, eine der wenigen
Tropfsteinhöhlen Australiens. Kurz entschlossen biege ich ab. Und nach kurzer
Zeit ist die asphaltierte Straße zu Ende, Gravel Road! Tiefe Spurrillen,
Waschbrettartige Querstreifen und natürlich lose Steine und Sand. Und als ich
mit der Fußspitze fast gegen ein dickes totes auf dem Rücken liegendes Wombat
stoße, reißt es mich bald von der Maschine. Ulrike und Kolja bleiben draußen,
als wir uns zu einer „Self guidet Tour“ in die Höhle begeben. Für ein paar
Dollar bekommen wir eine Münze die wir in einen kleinen Schlitz an einer
stabilen Holztür werfen. Daraufhin lässt sich die Tür öffnen und in der
ansonsten dunklen Höhle gehen vereinzelt kleine Lichter an.


Über schmale Treppen durch enge Gänge kommen wir in
unterschiedlich große Höhlen, die durch die stimmungsvolle Beleuchtung noch
bizarrer wirken. Der Abstecher hat doch mehr Zeit als gekostet als gedacht, deshalb
müssen wir ein bisschen „Dampf“ machen. Leider funktioniert es mit dem schneller
fahren nicht lange, schon haben wir wieder Baustellenschilder vor der Nase. Und
dann fehlt plötzlich der Asphalt, und das auf 30 kilometern!. Es herrscht kaum
Verkehr, nein eigentlich ist gar kein Auto zu sehen.
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