Australien die Zweite

16.2.05 – 20.03.05

von Sydney entlang der Südküste vorbei an Melbourne bis Portland, Ballarat, Canberra, Blue Mountains,
Sydney

 

Weltkugel

 

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327 Jahre

Motorradbegeisterung
auf einem Bild
 




Mt.Beauty-Mt.Hottham


Jindabyne


Cooma


 Canberra

Aber als wir am nächsten Tag nach Cooma starten, hat sich doch die Sonne durchgesetzt. Auf der spektakulären kurvenreichen Alpine Road kommen wir zum höchsten Punkt des asphaltierten Straßennetzes Australiens. Als wir am Mt. Beauty stehen sind wir 1800m hoch, am Mt. Hotham sind es dann 2000. Diese Straße bei Regen fahren zu müssen, ist bestimmt ein Alptraum. Kurz vor Tallangatta, die Great Alpine Road liegt fast 100km hinter uns, führt uns der Weg an einem Ausläufer des riesengroßen „Lake Hume“ vorbei. In dem scheinbar flachen Gewässer stehen unendlich viele kohlrabenschwarze halbhohe Baumstümpfe, es wirkt sehr gespenstisch. Erst später lese ich, der „Lake Hume“ hat sich im Laufe der Jahre immer mehr ausgedehnt, und somit sind die Wurzeln der Eukalyptusbäume „ertrunken“ aber das Holz ist so resistent, es will einfach nicht verrotten.
Schon seit geraumer Zeit begegnen uns immer wieder Biker, mal in kleinen Gruppen oder Einzelfahrer. Als wir nach Tallangatta einbiegen sehen wir den Grund, hier geht gerade ein Motorradtreffen zu Ende. Wir stoppen und setzen uns zum Kaffee trinken an die Straße. Motorräder aller Fakultäten sind zu sehen. Große, Kleine, alle möglichen Typen von Harleys, mit und ohne Anhänger. Der Fahrer einer postgelben (fürchterliche Farbe) Goldwing, fragt nach unserem weiteren Weg, und als ich ihm die Route nenne, die uns der Wirt in Mansfield erklärt hat, schnalzt er begeistert mit der Zunge. Ja, das ist eine richtige Motorradstrecke! Er will auch nach Canberra, da findet das nächste Bikertreffen statt. Ohne Unterlass erzählt er, dass er in Melbourne lebt, aber schon seit langer Zeit, nur zum biken, in die Snowy Moutains fährt. Aber als ich ihn frage, ob er irgendetwas über die schwarzen Bäume im See erzählen kann, zuckt er nur die Schulter, „no, no idea”. Und sofort beginnt er erneut von der tollen „Biker area“ zu erzählen. Gerald rollt schon verzweifelt mit den Augen, auch Bonsai räuspert sich laut, wir müssen dringend weiter. Mühsam gelingt es mir, ohne unhöflich zu sein, die „Biege“ zu machen. Wir wollen bis Cooma, und das sind noch mehr als 200km. Kurz hinter Corryong, hier machen wir noch eine Pause, (die Sandwichs sind wohl lecker aber es dauert „ewig“ bis sie fertig sind) kommen wir in den Kosciuszko National Park mit 2220m ist der Mt. Kosciuszko der höchste Berg Australiens. Hier stehen wir auf dem höchsten Punkt ( 2000m)des asphaltierten Straßennetzes Australiens. Die Straße führt zwar nicht über den Gipfel, aber sie bietet uns Fahrspaß pur! Stefan und Gerald sind nicht mehr zu halten, sie „brennen“ schon mal voraus. Jürgen, Bonsai und ich gehen es etwas ruhiger an.
Der Straßenbelag bietet immer Überraschungen. Löcher im Asphalt, kleine Felssteine und dann steht auch noch hinter einer scharfen Linkskurve ein Pikup auf meiner Fahrbahn, der Fahrer genießt die tolle Aussicht! Als wir aus den Bergen auf Jindabyne zufahren empfängt uns graue vertrocknete Steppenlandschaft, mittendrin ein einsames grasendes Pferd. Und dann taucht kurz vor dem Ort wie aus dem Nichts, der strahlendblaue See rechts der Straße auf. In Jindabyne warten unsere „Ausreißer“ seit einer viertel Stunde auf uns. Na ja, dann waren wir doch nicht ganz so langsam auf den letzten 80 Kilometern! Stefan und Gerald sind wohl ziemlich auf der letzten Rille durch die Berge getobt. In einer der unzähligen Kurven hat es Gerald wohl so weit raus getrieben, dass er mir in aller Genauigkeit das Gesicht des Sheriffs beschreiben kann, der in dem entgegenkommenden Peterwagen saß, mit anderen Worten er war viel zu schnell, deshalb ist er so weit aus der Kurve getragen worden.
In Cooma, wir haben 380Kilometer hinter uns, finden wir nach kurzer Zeit ein Motel mit Pool, der stinkt aber so nach Chlor, dass Kolja keine Lust hat zum Schwimmen. Schwieriger ist schon, ein Restaurant zu finden. Kolja, er hat die jüngsten Beine, rennt die Straßen auf und ab, aber nicht mal eine der bekannten Fastfood-Ketten ist hier vertreten. Und dabei ist Cooma mit seinen 8500 Einwohnern die größte Stadt entlang des „Monaro Highways“. Schließlich landen wir in einem „BYO Imbiss,“ dass heißt wir kaufen unsere Getränke nebenan im Bottleshop! Freundlich öffnet uns die junge Bedienung die Flaschen, und das Essen ist auch nicht schlecht, wir sind also zufrieden.
Fast 90 Kilometer stur geradeaus, durch endlose Steppenlandschaft auf dem Monaro Hwy, kommen wir nach Canberra. Im Gegensatz zu Melbourne ist hier die Beschilderung optimal, trotzdem verpasse ich die richtige Abfahrt. Aber dann weiter über zwei Autobahnkreuze kommen wir wieder zurück. Nur dann stehen wir an einer Ampel die rot zeigt, mehr als fünf Minuten, wir sind die einzigen Fahrzeuge. Vielleicht hat die Ampel eine Kontaktschleife und reagiert nur auf Lkws? Wir „rütteln“ mit unseren Bikes auf der weißen Linie hin und her, nichts passiert! Ein Blick in alle Richtungen, und wir überqueren die breite Einfallstraße bei Rot! Dank guter Beschilderung erreichen wir auch das „Capital Hill“, das moderne, lang gestreckte „Parlament House“. Stefan ist der Meinung wir stehen an der Rückseite, als ich in Ermangelung weiterer Parkplätze auf den Fußweg fahre. Aber nein, die vielen Fahnen, und auch die großen schwarzen Wagen mit Chauffeur bestärken mich, hier ist der Haupteingang. Es ist eben nur alles sehr schlicht und einfach. Zwei Minuten später kommt ein sportlicher junger Mann auf dem Fahrrad auf uns zu, ein Wachmann, wie ich nun auf seiner Weste lesen kann. Freundlich lässt er mich wissen, wir können da nicht stehen bleiben, aber wir können gerne in die kostenlose Tiefgarage fahren. Die Einfahrt hatte ich vorher schon gesehen, wir lehnen dankend ab, und umrunden das Regierungsgebäude erneut. Es gibt nicht viel zu sehen, und deshalb suchen wir nun irgendwo eine Cafeteria. Es ist sehr einfach sich in der City zurechtzufinden. Die „Commonwealth Avenue” führt zweispurig für jede Richtung quer durch die Stadt, und die Parkplatznot ist auch nicht ganz so groß wie in anderen Städten. Wir finden jedenfalls direkt vor der Touristeninformation ausreichend Stellplätze, und ein Cafe gibt´s da auch. Da wir uns nun doch entschließen die Stadt etwas näher zu betrachten, frage ich mal bei der Info nach Zimmern. Freundlich erhalte ich Auskunft und Adressen. In dem „Novotel“ direkt nebenan erhalte ich die Auskunft, ja ausreichend Zimmer frei, 150$ für ein Doppelzimmer ohne Frühstück. Als ich aus der Tür komme, sehe ich wie ein etwas älterer braungebrannter Mann mit großem Hut und Stern am Hemd, einen Kreidestrich quer über meinen Hinterreifen macht. Auf meine Frage was das denn wohl soll, erklärt er mir wir stehen in einer Ladezone, man darf hier maximal 5 Minuten parken, ah ja, nun sehe ich die Schilder auch. Aber der Mensch ist sehr freundlich, als ich erkläre was wir wollen gestattet er uns 30 Minuten zu parken. Aber solange brauchen wir dann doch nicht. Denn als ich mit Ulrike und Bonsai zurück ins „Novotel“ gehe um die Zimmer zu buchen heißt es plötzlich, nein, leider in der Preislage keine Zimmer mehr frei. Entweder hat man sich an unserer Kleidung gestört, oder aber die hatten kein Interesse daran so viele Zimmer nur für eine Nacht zu vermieten. Aber warum auch immer, eine Kreuzung weiter finden wir Zimmer. Oder vielleicht sollte ich sagen „Wohnklos mit Schlafgelegenheit“ billiger als im Novotel sind sie jedenfalls.
In der Touristeninformation werden die unterschiedlichsten Sightseeing Touren angeboten. Wir wollen die „half day” Tour machen, und sind die einzigen Touris an der Bushaltestelle.

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