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327 Jahre
Motorradbegeisterung
auf einem Bild









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Entlang der Küste über
Wonthaggi und dann auf kleinsten Straßen weiter, landen wir in Venus Bay, ein
Ort mit vier Häusern, direkt auf einer Düne.
Fast komme ich noch mit
meinem Motorrad ins schlingern, als ich durch den feinen Sand, der auf der
Straße liegt fahre.
Schade, auf meiner Karte sah es so aus als ob die Straße weiter am Wasser
entlang führt, aber nein, nun müssen wir ein Stück zurück.
Kurz vor Einfahrt in den „Wilson Promontory Park“ frage ich auf einer Tankstelle
wie es um die Übernachtungsmöglichkeiten gestellt ist. Ja, und der junge Mann
erzählt mir, es gibt sehr schöne Campingplätze aber es gibt nirgendwo etwas zu
Essen. Mit anderen Worten, für uns macht es keinen Sinn rein zufahren. Jetzt
stehen wir einen Augenblick dumm rum. Ja, nun gibt es nur noch eine Richtung, ab
ins Landesinnere. Die ersten 150 Kilometer, wieder vorbei an Forster auf den
A440 bis Korumburra schaffen wir zwar zügig, sind aber sehr langweilig. Aber als
wir dann rechts auf die C425 nach Warragul abbiegen, beginnt der Fahrspaß. Kein
Verkehr, schön asphaltierte Straßen, die sich durch lichte Wälder über kleine
Berge durch einsame Orte schlängeln. Selbst vom fahrenden Motorrad bieten sich
tolle Aussichten. Es ist einfach schön! In der kleinen Stadt Warragul stoppe ich
direkt vor einem „Subway“ Imbiss.
Zur
großen Begeisterung von Kolja, und überhaupt! Wir überlegen uns, dass es
eigentlich sehr nett wäre, wenn wir hier eine Übernachtung finden. Um nicht mit
allen Maschinen auf Suche zu gehen, steige ich bei Gerald hinten drauf. Oder
besser gesagt, ich versuche es.
Ich
bin wirklich zu blöd um hinten drauf zusteigen! Erst versuche ich es von der
Straße aus, aber natürlich kriege ich mein Bein nicht über die aufgeschnallte
Gepäckrolle, und als ich dann auch noch das schallende Gelächter von meinen
Mitreisenden höre, kriege ich überhaupt kein Bein mehr hoch. Es hat nicht viel
gefehlt und ich hätte „verkehrt“ rum drauf gesessen. Ich glaub schon, dass es
ziemlich tölpelig aussah, aber irgendwie dachte ich, Gerald könnte die Maschine
nicht halten wenn ich auf die Fußraste steige, also, irgendwie bin ich ja doch
manchmal ein bisschen „ga, ga“!. Na ja, und dann ist die ganze Anstrengung auch
noch umsonst, es gibt nirgendwo freie Zimmer. Die finden wir dann erst in
Healsville. Und weil das Motel etwas außerhalb liegt, fahren wir mit einem Taxi
in die „Stadt“ In einem Restaurant mit „Counter Meal“ finden wir im Garten ein
nettes Plätzchen. Das Ambiente ist zwar ganz nett, aber es ist das erste Mal,
dass wir alle nicht satt werden. Ulrike und ich haben uns für das „
Lachskloßmenü“ entschieden, aber leider war der Kloß auch ein Reinfall. Es war
das Erste und einzige Mal, dass wir nicht mit einem Restaurant zufrieden waren.
Deshalb sind wir froh, als uns der Taxifahrer zur vorher vereinbarten Zeit
abholt. Der Fahrpreis beträgt 6,80$, und als ich ihm sieben in die Hand drücken
will, besteht er darauf mir die 20cent zurückzugeben. Hier in Healesville kommen
wir auch zu dem Entschluss, Canberra, entgegen meiner ursprünglichen Planung,
doch einen Besuch abzustatten. Wir haben die Zeit, und wenn es uns nicht
gefällt, fahren wir sofort weiter. Schon vor meinem Wecker werde ich am nächsten
Morgen von dem Gekrächze der weißen Kakadus geweckt. Zwei Stunden später
empfangen uns solche weißen krächzende Kakadus im „Healesville Sanctuary“, einem
Wildpark der 1934 aus einem Forschungsinstitut entstanden ist. Auch hier bietet
uns die Kassiererin sofort an, auf unser Motorradzeug aufzupassen. Aber auf
einen Gruppeneintrittspeis will sie sich trotzdem nicht einlassen, nein, hier
muß eine Gruppe aus 10 Personen bestehen. Auf dem 31 Hektar großen Buschgelände
leben 200 australische Tiere, wovon nur die wenigsten in richtigen Gehegen
gehalten werden.
Die Kängurus beispielsweise begegnen uns immer wieder auf den fast 4 Kilometer
langen Wanderwegen.
 Wir
kommen gerade dazu, als die Fütterung des von Hand aufgezogenen Wombats beginnt.
Ein unförmiges, schweineähnliches Tier auf kurzen Beinen, das sehr gefährlich
aussieht aber total harmlos ist. Auch der „Tasmanische Teufel“ ist ein
friedliches nachtaktives Tier, so wie überhaupt die meisten australischen Tiere
nachtaktiv sind. Im Schlangenhaus drängelt sich eine Gruppe von Kindern im
Vorschulalter, sie warten auf den „Schlangenbändiger“ Als der mit einigen
Schlangen auf der kleinen Bühne auftaucht, verstummen die „Kurzen“ sofort und
hören sehr aufmerksam zu. Wie bei uns in den Kindergärten der „Verkehrspolizist“
zum Unterricht erscheint, erteilt der Mann vor uns den Kindern Unterricht im
Umgang mit Schlangen. Dass, wenn sie eine Schlange in ihrem Bett finden,
Schlangen lieben die Wärme, sie nicht gleich in Panik verfallen müssen! Nicht
alle Schlangen sind giftig, und alle haben vor den Menschen Angst. Und sie
beißen nur, wenn sie in die Enge gedrängt werden. Aber er sagt den Kindern auch
sehr eindringlich, wenn sie denn doch mal gebissen werden, sofort zu einem Arzt
zu gehen, und demonstriert auch wie man die Bissstelle dann abbindet.
Ohne jegliche Scheu fasst jedes der Kinder die Schlangen an. Auch Kolja ist
begeistert; Schlangen sind nicht kalt und glitschig, sie fühlen sich ganz weich
und warm an, erzählt er mit glänzenden Augen.
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