AUSTRALIEN 2005

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gruebel,gruebel

16.2.2005 – 20.03.2005    

Leider....

. . .  wird es nichts mit dem tollen Blick/Foto von Lookout Lakes Entrance, der Himmel ist grau und Wolkenverhangen, als wir am Dienstag den 22.02.05 den Ort verlassen!
Zügig bringen wir die nächsten 100 Kilometer bis Sale hinter uns, und als wir um die Mittagszeit in Traralgon entscheiden in die restaurierte Goldgräberstadt Walhalla zu fahren steht die Sonne hoch am Himmel. Alle sind begeistert, endlich mal kein Regen in Sicht.
Aber bevor wir für die nächsten 50 Kilometer auf die kleine Bergstrasse einbiegen, müssen wir noch tanken, und unbedingt Trinkwasser kaufen. Und da staunen wir, für Benzin zahlen wir pro Ltr. 1,15$ (ca. 0,72ctn.) Für einen halben Liter Trinkwasser zahlen wir 2,50$!
Wallhalla, ein historischer kleiner Ort, steht zum größten Teil unter Denkmalschutz. Ganzjährig leben etwa 20 Personen hier. An den Wochenenden fährt eine Mineneisenbahn. Es gibt viele offene, alte Minenschächte, davor warnen auch jede Menge Tafeln, und überhaupt, wenn man wandern will, sollte man einen ortskundigen Führer mitnehmen. Aber wie sagt Stefan immer so treffend: „ Wir haben doch keinen Wanderurlaub gebucht“!  In der ehemaligen Bank ist heute ein kleiner „Saloon“, die Wirtsleute sind mit dem Touristenansturm restlos überfordert. Denn mit uns Sieben sind noch „mindestens“ Zehn weitere Personen zu Besuch, deshalb dauert es auch etwas bis wir unseren Imbiss bekommen. Aber trotz der „Hektik“ fragt uns der Wirt noch unserem Woher und Wohin. Ich sage nur wir wollen an die Küste auf die Fähre, den Ortsnamen habe ich vergessen, aber da ist in den 70er Jahren der australische Premierminister schwimmen gegangen, und ward nie mehr gesehen.
Den Arm voller Geschirr hört er mir geduldig zu, dann geht ein Strahlen über sein vollbärtiges Gesicht, ach ja, du meinst Port Sea ! Ja, genau da wollen wir hin!

Walhalla


Es ist nun recht heiß, und auch schon ziemlich spät, mir ist klar heute schaffen wir es nicht mehr bis Port Sea. Die „Jungen Leute“ brettern schon mal die rasante Kurvenstrecke voraus, ich sehe zu spät auf meiner Karte dass wir nicht unbedingt den selben Weg zurückfahren müssen. Aber nun ist es auch egal, Bei Tralralgon umfahren wir den Hwy Nr. 1, der rechts direkt nach Melbourne führt. Ich will über Churchill, der Ort heiß wirklich so, in Richtung Küste.
Die Strecke ist nicht gut ausgeschildert, immer wieder kommen Hinweise auf Melbourne, Moe, Trafalgar, usw. Irgendwann muss ich dann doch anhalten, um in „Ruhe“ die Karte zu studieren, denn ich will nicht auf einer breiten Straßen weiterfahren. Sofort kommt Kolja angelaufen, warum halten wir, da hinten geht’s nach Melbourne! Da will ich aber nicht hin, jedenfalls nicht Heute, knurre ich nicht gerade freundlich. Aber dann glaube ich den richtigen Weg gefunden zu haben, wir fahren auf der Forster Road, einer schmalen kurvigen Straße Richtung Küste.

Die Bäume links und rechts der Straße werden immer dichter, die Häuser immer kleiner und seltener. Dann teilt sich die Straße, nach rechts geht eine Schotterpiste weiter, und deshalb fahre ich links. Und da habe ich auch plötzlich das Schild: GRAVLED ROAD vor mir. Ein kurzer Blick auf meine Karte gibt mir die Hoffnung; die Richtung müsste wohl stimmen, aber ansonsten gibt meine Karte keine Informationen mehr her. Also weiter, Gasgeben, und wieder wundere ich mich über die Yamaha ohne schlingern und eiern geht sie über die waschbrettartige, teilweise mit tiefen Schlaglöchern versehene Schotterpiste. Zeitweilige sehe ich in meinem Spiegel hinter mir nur noch eine dichte Staubwolke. Nach etwa 9 Kilometern geht es hinter einer schmalen Holzbrücke scharf rechts rum, und da gabelt sich der Weg schon wieder, links nur für „Heavy Vehikel“! Wir müssen also weiter geradeaus. Der Weg wird immer schmaler, aber nun staubt es nicht mehr so doll, denn es wächst vermehrt Gras auf dem Weg. Und dann, auf einer kleinen grünen Lichtung sehe ich, Stefan ist nicht mehr hinter uns, mir wird Heiß und Kalt, hoffentlich hat er die Maschine nicht auf die Seite gelegt! Gerald fährt sofort zurück um nachzusehen. Jürgen geht ein Stückchen weiter in den Weg vor uns, nach kurzer Zeit kommt er zurück, und sagt wir müssen in der Nähe einer Straße sein, da hinten brummt es ziemlich laut. Und dann höre ich das Brummen auch, und plötzlich steht ein riesengroßer Holzbeladener LKW vor uns. Der Fahrer guckt genauso erschrocken wie wir, als er uns plötzlich auf der Lichtung stehen sieht. Aber auf unsere Frage ob wir da, wo er herkommt, an eine Straße kommen, schüttelt er lachend den Kopf, nein mit euren Fahrzeugen kommt ihr da nirgendwo hin. Ich erzähle ihm, dass wir nach Foster wollen, aber hier geht’s für euch nirgendwo hin, sagt er wieder nur kopfschüttelnd. Dann frage ich ihn, ob wir hinter ihm herfahren können bis an die nächste Straße. Nein, geht auch nicht, er fährt nur ein Stückchen weiter in den Wald zu einem Holzsammelplatz. Aber dann sagt er, okay bis zur Brücke, und dort müsst ihr links abbiegen, also genau den Weg zurück den wir gekommen sind. Er will mit seinem großen Truck schon los donnern, da schreie ich ihm zu, dass noch zwei Bikes irgendwo auf dem Weg vor ihm sind, und soll vorsichtig fahren. Aber in dem Moment kommen Stefan und Gerald auch schon um die Kurve, bei Stefan ist die Kofferhalterung gebrochen, die sie nun kunstvoll mit rotem Gurtband verzurrt haben. Und dann donnert der LKW los, und wir in der Staubwolke hinterher. Nach ein paar hundert Metern kommt ein Holzlaster von vorne, beide Fahrer halten an und steigen aus. An ihren Blicken und Gebärden sehe ich, unsere Gruppe ist das Topthema! Beide versuchen einen für uns anständigen Weg auszudiskutieren, Einer sagt „Hü“ der andere „Hot“. Geduldig höre ich zu, und frage immer wieder nach, und plötzlich taucht ein dritter Mann in der Runde auf, sein 4Wheel-Pickup steht als letzter in der Kolonne. Nun beraten drei „Aussies“ wie sie sieben Deutsche Biker heil aus dem australischen Busch raus bringen. Schließlich sagt der Pickup-Driver, fahrt hinter mir her, ich fahre Richtung Foster. Und auch der Typ nimmt keine Rücksicht darauf, dass wir seinen Staub schlucken. Er fährt genau den Weg bis an die Gabelung zurück und biegt dann rechts auf die Teerstrasse, Mist denke ich, den Weg hätte ich auch alleine gefunden, und wenn wir auf der asphaltierten Straße weiter fahren, schlagen wir bis Forster einen großen Bogen. Und damit biege ich links in die nächste Schotterpiste. Auch der Weg schlängelt sich durch undurchsichtigen Regenwald und es staubt wie verrückt. Als ich um eine Biegung komme, sehe ich gerade noch wie ein großes rotes Känguru im Busch verschwindet. Normalerweise hätte ich mich ja über den Anblick gefreut, aber hier, auf dem losen Kies und Sand, „verfluche“ ich alles was mich zum extremen bremsen zwingt. Nach etwa einer halben Stunde kommt ein winzig kleines Hinweisschild, die Forster Road geht rechts weiter, das beruhigt mich sehr.
Denn wenn ich den „Wegweiser“ nicht gesehen hätte, wäre ich in der nächsten Stunde sicherlich umgekehrt. Die Schotterstraße wird immer schmaler, sie führt bergauf und bergab. Als ich um eine Kurve komme, sehe ich vor mir eine dichte Staubwolke, voll Speed kommt mir ein LKW entgegen. Ich halte sofort an und mache mich so dünn als möglich. Gerald, der hinter mir fährt, erzählt mir dass da nicht viel Platz war, aber der Trucker ist nicht vom Gas gegangen. Irgendwann sehe ich ein Haus mitten im Wald, oh, denke ich, nun müssen wir bald den "Morwell NP" durchquert haben. Und als etwas später ein Schild mit der Aufschrift „School Bus Route“ an einem Baum befestigt ist, steigt meine Stimmung. Aber es dauert trotzdem noch eine ganze Weile bis wir wieder an eine geteerte Straße kommen die uns in sanften Kurven bergab bringt. Und dann stehen wir plötzlich an einer Querstraße ohne jegliche Beschilderung, links oder rechts ist hier die Frage. Kurz entschlossen biege ich links ab, mitten im Wald steht ein Haus und da will ich nach der nächsten Tankstelle fragen. Bonsai braucht bestimmt bald Benzin. Das große Gartentor ist mit einem Vorhängeschloss versehen, irgendwo bellt ein kleiner Hund und die Haustür steht offen. Also rufe ich ein fröhliches „Hallo“ durch die Gegend, es dauert auch nicht lange da erscheint eine alte Dame in der Haustür, mit Gummistiefeln!?. Etwas zögernd kommt sie die Treppe runter, deshalb rufe ich ihr schon zu, dass wir nur für eine Tankstelle „looking“. Und damit wird ihr Gesicht gleich freundlicher und sie erklärt dass wir nur zwei Kilometer von Forster entfernt sind, und dort gibt es eine Tankstelle.

Und als wir in Forster ein Motel finden, sagt die Dame schon bei meinem Eintreten, ach, ihr seid die Biker aus dem Morwell NP. Anscheinend haben wir richtig für Gesprächstoff gesorgt, worüber ich dann doch richtig lachen kann. Wenn ich uns ansehe, über und über mit Staub bedeckt, bin ich froh dass sie uns Zimmer vermietet. denn es war auch ganz schön anstrengend, selbst Kolja hat für heute die Nase voll. In einem Restaurant mit „vornehmen“ Counter meal”, das heißt das Essen wurde uns an den Tisch gebracht beschließen wir den ereignisreichen Tag. Ein Tag, nur im Sonnenschein, im dichten Regenwald, aber ohne jeglichen Regen!

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