AUSTRALIEN 2005

die "Zweite"........
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gruebel,gruebel
 

16.2.2005 – 20.03.2005  

Bonsai..

 . . . . , Gerald, Jürgen und ich sitzen, an dem nun sehr lauen Sommerabend, bei Wein und Bier in dem kleinen Garten hinter unserem Hotel.
Irgendwie habe ich meinen Handywecker falsch oder vielleicht überhaupt nicht gestellt, keine Ahnung, jedenfalls werden Jürgen und ich am nächsten Morgen erst wach, als Gerald an die Tür klopf! Da sind aber alle bereits in Motorradzeug. Für uns bleibt nicht mal mehr Zeit zum Duschen, egal denke ich, haben gestern sowieso Wasser genug gehabt.
Und als wir dann in dem Wintergarten beim Frühstück sitzen, regnet es schon wieder! Der Himmel ist grau, und als ich die Bedienung frage ob sie weiß wie das Wetter wird, lacht sie etwas verlegen: es soll weiter regnen!


Es regnet während wir unser Gepäck verladen, es regnet als wir von der Tanke fahren, (Stefan füllt einen Liter Öl in seine Yamaha, und dass noch 150 Kilometrn!) Und es regnet auch während der nächsten 40 Kilometer! Kurz vor Batermans Bay liegen Sandsäcke am Straßenrand, damit versucht man einen kleinen See einzudämmen, demnach regnet es hier schon länger!. Aber dann kommt plötzlich doch die Sonne, die Straße wird trocken es wird warm, und damit kommt natürlich Freude auf. Als wir in Batermans Bay, einem mondänen kleinen Badeort Mittagspause einlegen, können wir draußen am Wasser sitzen. Aber schon nach kurzer Zeit zieht sich der Himmel wieder zu, und dann fängt es auch schon wieder an zu regnen. Ob es hier häufiger so stark regnet? Liegt deshalb das Boot auf der Promenade? Wir versuchen noch einen kurzen Gang über die Promenade zu machen. Und natürlich schimpfen wir dabei ziemlich lautstark über das Wetter, da meldet sich ein älterer Herr in breitem Deutsch, das Wetter wird die nächsten Tage nicht besser lässt er uns wissen. Er verbringt den deutschen Winter regelmäßig in Australien, aber so schlechtes Wetter wie in diesem Jahr hat er noch nie gehabt, na ja, für uns ist es nicht gerade trostreich.

Batermans Bay

Als wir uns bei strömendem Regen auf die Motorräder schwingen, begegnen mir viele mitleidsvolle Blicke. Die nächsten zwei Stunden denke ich nur, gib Gas, vielleicht gelingt es ja doch aus dem Regengebiet raus zukommen. Und wir fahren einen 100er Schnitt, was gar nicht so einfach ist, denn schließlich beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 kmh. Kurz vor Eden, unserem heutigen Ziel kommt die Sonne wieder durch, Zum ersten Mal folge ich am Ortseingang dem braunen „Touristdrive“ Schild. Die Straße führt direkt ans Wasser.
Die Tasmanische See liegt spiegelglatt vor mir, die nun schon etwas tief stehende Sonne blendet , und bald ist es mir auch schon wieder fast zu warm. Ich habe ja die stille Hoffnung eine Übernachtung in Strandnähe zu finden, aber keine Chance, die Häuser auf der rechten Straßenseite sind alle im Privatbesitz. Bei der Touristinfo in der Ortsmitte frage ich nach Motels in Strandnähe, aber es gibt dort wirklich keine. Also mieten wir uns in der Ortsmitte ein, blöderweise liegen unsere Zimmer im ersten Stock, das ist immer etwas mühsam unser Gepäck rauf zutragen. Die Klimaanlage kann man auf Heizung umstellen, so können wir unsere Sachen etwas trocknen. In Geralds Stiefel steht das Wasser, durch die Reißverschlüsse vor der Brust ist das Wasser durch die Jacke gedrungen. Auch Bonsai hat nasse Füße. Auch unsere Gepäckrollen sind nicht wasserdicht. Ein Hemd von Jürgen ist so verfärbt, dass ich es an Ort und Stelle entsorge. Aber trotzdem lassen wir uns nicht unterkriegen, und als wir auch noch ein nettes Lokal finden, sind wir eigentlich ganz zufrieden. Was soll´s wir sind gesund und in dem gigantischen Australien auf Motorrädern unterwegs.

Eden

Wenn wir keine „Abenteuer“ verkraften können, hätten wir uns ein Wohnmobil mieten sollen - smile -, und wären damit durch die norddeutsche Tiefebene gefahren.
Eigentlich dachte ich ja, dass unser Bedarf an Überraschungen für den Tag gedeckt ist, aber als Gerald sein Steak serviert bekommt, haut es uns fast vom Stuhl. So ein riesiges Stück habe ich noch nicht gesehen, und wie ich an seiner strahlenden Miene sehe, schmeckt es wohl auch hervorragend.! Nur mit dem „Magenbitter“ zum „Nachtisch“ gibt es Schwierigkeiten, solch Getränk kennt man hier nicht. Kolja „bricht“ nach dem Essen zusammen.

Riesenschnitzel

Es war auch ein harter Tag, wir haben fast 400km zurück gelegt, aber er hat nicht einmal gemeckert.
Und dann, nachts gegen ½ 3 schrecke ich aus dem Schlaf hoch. Erst denke ich, dass ich nun schon vom Regen träume, aber dann merke ich, es ist kein Traum, der Regen der da auf das Dach prasselt ist Realität. Ich springe aus dem Bett, raus auf den Laubengang, es ist unglaublich wie das Wasser vom Himmel fällt. Für mich ist damit die Nacht zu Ende. Ich schaue mir die Landkarte an und suche eine passable Route die uns von der Küste ins Landesinnere bringt, aber es gibt da keinen Weg, und irgendwann schlafe ich dann doch noch auf meinen Karten ein. Als ich morgens die Vorhänge beiseite ziehe ist es fast trocken, und ziemlich warm, aber jeder hat den Regen in der vergangenen Nacht gehört, sogar Ulrike, trotzt Ohrenstopfen. Heute machen wir unser Gepäck regensicher. Die großen Rollen kommen in Plastikmüllsäcke, und auch der Kofferinhalt wird in Plastiktüten wasserdicht verstaut. Aber als wir am Hafen ein Frühstückslokal finden, scheint sogar die Sonne, und es wird zusehends wärmer, die kleinen Wasserpfützen sind schnell ausgetrocknet. So statten wir noch in aller Ruhe dem Walmuseum einen Besuch ab,. Sofort bietet uns die Kassiererin an, unsere Helme und Jacken doch bei ihr zu deponieren, weil es doch viel zu „heavy“ ist in den Kleidungstücken zu laufen. Ich bin immer wieder erstaunt über diese so selbstverständlich wirkende freundliche Hilfsbereitschaft. Außer allen Gerätschaften, die in früheren Zeiten für den Walfang gebraucht wurden, gibt es natürlich auch diverse Walskelette zu sehen. Auch die vielen alten Bilder zeugen von dem harten Leben der Fischer in früheren Zeiten.  Auf manchen sieht man auch, wie nach Sturmfluten die Fischerboote „gestapelt“ in dem Hafenbecken liegen. Und dann sind da große Bilder von Kreuzfahrtschiffen, die an den nicht sichtbaren Klippen vor Eden gesunken sind. Es gibt da draußen einen richtigen Schiffsfriedhof. Kaum vorstellbar, bei meinem Blick durch die großen Fenster sehe ich dunkelblaues spiegelglattes Wasser. Und als wir uns dann auf die Motorräder schwingen, wir glauben es kaum, scheint immer noch die Sonne, und es ist nun schon fast zu warm. Bald windet sich die Straße durch immer dichter werdenden Wald und damit wird die Temperatur sofort angenehmer. Endlich mal richtiger Fahrspaß.
40 Kilometer hinter Eden, bei TIMBILLICA, beginnt der Bundesstaat VICTORIA, der kleinste, dafür aber dicht besiedelste Bundesstaat Australiens.
Bei Genoa biegen wir in die Stichstraße nach Mallacoota, einem kleinen Fischerdörfchen ab. Auch das ist eine Straße, für Motorradfahrer gemacht, nur der Himmel ist schon wieder so merkwürdig grau. Deshalb halten wir uns auch nicht lange auf. Und dann dauert es nicht mehr lange und der Fahrspaß hat erstmal wieder ein Ende. Die kleine kurvige Straße geht stetig bergan, es wird neblig und kälter, und dann fängt es wieder an zu Regnen . Dazu kommt die zunehmende Verkehrsdichte, Baustellen, und dadurch Splitt und Sand auf der Straße. Ich bin richtig froh als wir in Lakes Entres erreichen und ohne große Sucherei ein Motel finden.
Für Kolja ist es wichtig dass es dort einen Swimmingpool gibt, aber für mich, überhaupt für alle „Großen“ ist es im Moment viel wichtiger eine Heizung im Zimmer zu haben, zumal wir hier zwei Tage bleiben wollen. Schon nach kurzer Zeit sieht es in unserem Zimmer aus wie in einer Trockenkammer. Auf jedem einigermaßen brauchbaren Gegenstand hängt ein Kleidungsstück zum trocknen. Lakes Entrances ist eine Kleinstadt, die sich kilometerlang an der Durchgangsstraße hinzieht, und eigentlich nicht besonders sehenswert. Nur die Tatsache, dass hier die großen Binnenseen „Lake King“ und „Lake Wellington“ mit der Tasmanischen See verbunden sind. Der Vorgelagerte schmale Dünenstreifen, der Meer und Seen trennt, nennt sich 90 Mile Beach. Unser Motel liegt fast an der Brücke die zur Beach führt, also gleich am Anfang des Ortes, und so müssen wir dann abends eine ganze Weile laufen, um etwas zu Essen zu bekommen. Aber das tut unseren steifen Gliedmaßen gut, zumal es trocken ist, und auch wieder etwas wärmer. Gerald kauft sich ein warmes Sweatshirt. Mit leicht gerunzelter Stirn sagt er: "Wer hat mir denn erzählt dass hier immer Sommer ist, man braucht nur T-Shirts"?
Am nächsten Morgen erwartet uns ein strahlend blauer Himmel, und es ist schon richtig warm! Für Gerald und Kolja steht fest, sie wollen zum 90Mile Beach und natürlich in den Pool.

Lakes Entrances

Bonsai und ich machen uns auf den Weg zum Mt.Hotham. Schon Zuhause hatte ich diese schöne kurvige Straße auf der Karte bewundert, und nachdem das Wetter so toll ist, muss ich da unbedingt mal rauf fahren.
Der Abzweig nach Omeo liegt am anderen Ende von Lake Entrances, nach sieben Kilometern, am Ortsausgang, sehe ich links einen tollen Lookout. Im Vorbeifahren erhasche ich einen Blick auf den weißen Strand und das tiefblaue Wasser, oh, denke ich da müssen wir, wenn wir morgen die Stadt verlassen, unbedingt anhalten. Jetzt aber düsen wir vorbei, wir sind nicht auf Aussichtstour, wir wollen „endlich“ mal Motorradfahren. Und es hat sich gelohnt. Auf den 80 Kilometer bis kurz vor Omeo reiht sich eine Kurve an die andere, es sind kaum Autos unterwegs, es ist phantastisch. An dieser Straße sehe ich das erste Mal die gelben Verkehrschilder mit der Aufschrift; „High risk area“ . An einer kleinen Rast/Tankstelle am Swifts Creek stoppen wir. Und das erste was Bonsai sagt: „Vergiss ja nicht, wenn wir morgen früh den Ort verlassen, am Lookout in Lakes Entrances anzuhalten!“ Nach einer kurzen Rast, einer dünnen Tasse Kaffee, vielen begeisterten Worten über diese tolle Motorradstrecke machen wir uns auf den Rückweg, und auch der wird zum Hochgenuss. Da lerne ich zum ersten mal bewusst das tolle Fahrwerk der Yamaha zu genießen, eigentlich denke ich, sie „sieht“ die Kurve, denn schon bei der kleinsten Bewegung reagiert sie. Die Maschine wieselt so flink um die Ecken, dass ich ihr „geistig“ kaum folgen kann, es macht mir riesigen Spaß mit ihr unterwegs zu sein. Schön wäre allerdings, die Sitzbank wäre etwas weicher.

Lakes Entrances 90 Mile Beach

Abends finden wir nach längerem Fußmarsch ein nettes, gepflegtes Restaurant. Stefan und Ulrike sind rechtschaffen müde, sie haben den 90 Mile Beach abgelaufen, und aufgrund des losen weißen Strandsandes war es recht anstrengend dazu die ungewohnte Wärme. Kolja und Gerald sind auch dort gewesen, aber haben es dann vorgezogen sich an den Pool zu legen.

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